Barbados
BarbadosAuf Barbados entsteht in den 1640er- und 1650er-Jahren das, was wir heute Rum nennen. Der englische Plantagenchronist Richard Ligon beschreibt 1647 ein Destillat namens "Kill-Devile" — brennbar, billig, brutal. Kein anderer Ort kann eine so lückenlose Kette belegen.
Der barbadische Stil ist der Kompromiss-Stil der Karibik: nie so wuchtig wie Jamaika, nie so schlank wie Kuba. Fast alle Häuser blenden Pot-Still-Anteile für Körper mit Kolonnendestillat für Feinheit. Mount Gay führt eine Urkunde von 1703 (damals "Mount Gilboa") und gilt deshalb als älteste noch existierende Rum-Marke der Welt. Foursquare unter Richard Seale ist zum Maßstab der Puristen-Szene geworden — keine Zuckerzugabe, keine Farbstoffe, Jahrgangs- und Fassreife-Angaben, die einer Whisky-Deklaration standhalten. St. Nicholas Abbey brennt in winzigen Mengen auf einer Plantage aus dem Jahr 1658. Die West Indies Rum Distillery produziert dagegen den Löwenanteil des Insel-Volumens, darunter Fassware für fremde Marken.